B-System Dryboxx Invisible IS10

Für den Sonance IS10 ist dies das größte Trockenbaugehäuse der Reihe. Der Lautsprecher selbst ist nach dem Einbau nicht mehr zu sehen: Er wird in die Fläche eingelassen, überspachtelt und mitgestrichen. Je größer die Membranfläche, desto mehr Luft bewegt sie, und dieses Gehäuse stellt dafür ein festes Volumen bereit. Es schließt rund 33 Liter ein, und das hören Sie als tiefen, ruhigen Bass, der nicht im Hohlraum der Decke verlorengeht. Das Gehäuse ist bewusst lang und flach gebaut, weil über einer abgehängten Decke selten viel Platz nach oben ist, in der Fläche dagegen meistens schon. Innen ist es mit Schaumstoff ausgekleidet, damit nichts nachhallt, und eine Matte zwischen Lautsprecher und Beplankung hält die Vibrationen von der Deckenfläche fern. Die Öffnung im Gehäuse ist genau auf diesen Lautsprecher zugeschnitten, sodass beim Einbau nichts angepasst werden muss. Eingebaut wird er, solange die Decke noch offen ist – sichtbar bleibt davon später nichts, und zu hören ist umso mehr.
| Bauart | Auf den Sonance IS10 zugeschnittenes Einbaugehäuse aus MDF für Trockenbauwände und abgehängte Decken |
|---|---|
| Ausschnitt | 655 × 250 mm (Aussparungsmaß passend zu Sonance IS10) |
| Einbautiefe | 85 mm Innenhöhe bei 97 mm Gehäusehöhe und 101 mm Gesamthöhe laut Herstellerzeichnung |
| Abmessungen | 910 × 555 × 97 mm (L × B × H) |
| Besonderheiten | Innenvolumen 33,40 l; größtes Trockenbaugehäuse der Reihe Dryboxx Invisible; MDF weiß, auf Gehrung geschnitten; Akustik-Noppenschaumstoff innen; inkl. Entkopplungsmatte, Platzhalter-Platte aus Waben-Kunststoff und gedruckter Installationsanleitung; 2 Rohreinführungen mit Gummipfropfen bis 25 mm; Rastermaße 400/500/625 mm |
Unsichtbare Lautsprecher haben ihren Reiz in kleinen Räumen, ihre eigentliche Stärke zeigen sie aber dort, wo es groß und offen ist. Im durchgehenden Wohn- und Essbereich, im Heimkino, in einer Halle mit hoher Decke. Genau dafür ist dieses Modell gemacht. Für dieses Modell führt der Hersteller das größte Trockenbaugehäuse seiner Reihe, und das sagt schon etwas über die Größenordnung, in der hier gedacht wird. Sichtbar ist von ihm nichts: Er verschwindet in der Decke, wird überspachtelt und im selben Ton gestrichen wie die Fläche ringsum. Ein großes Chassis bewegt mehr Luft, und der Raum dahinter entscheidet mit, wie gleichmäßig das gelingt. Vorgeschrieben ist dafür im Trockenbau kein Gehäuse: Die Einbauanleitung verlangt einen mit Mineralwolle gedämmten Hohlraum. Dieser Hohlraum ist allerdings nicht dicht, nicht berechenbar und in jedem Haus anders. Wer das Ergebnis festlegen will, plant das Gehäuse deshalb zusammen mit dem Lautsprecher und nicht als spätere Ergänzung. Mit rund 33 Litern ist der Rückraum dann in jedem Zimmer gleich groß, unabhängig davon, wie die Decke abgehängt wurde. Dazu kommt der Schutz vor Dämmwolle und Staub, und die Rückseite bleibt frei von allem, was im Deckenhohlraum sonst noch liegt. Beides lässt sich nach dem Schließen der Fläche nicht mehr herstellen.
Wenn Sie das Gehäuse zum ersten Mal sehen, fällt vor allem auf, wie lang es ist – fast einen Meter, dabei aber kaum zehn Zentimeter hoch. Das hat einen einfachen Grund. Über einer abgehängten Decke ist der Platz nach oben knapp, weil dort schon Leitungen, Lüftungsrohre und Einbauleuchten liegen. In der Fläche dagegen ist meistens genug Raum. Also wächst das Gehäuse in die Länge statt in die Höhe, und der Lautsprecher bekommt trotzdem die rund 33 Liter Luft, die er für einen vollen Bass braucht. Für Sie hat das eine praktische Folge: Die entscheidende Frage lautet nicht, wie hoch Ihre Decke abgehängt ist, sondern wo in ihr ein zusammenhängendes freies Feld von etwa einem Meter Länge zur Verfügung steht. Spots, Lüftungsauslässe und Revisionsklappen sind dabei die üblichen Hindernisse. Klären Sie das mit dem Trockenbauer, bevor die Unterkonstruktion steht – danach ist eine Änderung deutlich aufwendiger. Ein zweiter Punkt, den man nicht vergessen sollte: Wenn mehrere dieser Lautsprecher in einen Raum kommen, sollten sie denselben Rückraum vorfinden, damit sie gleich klingen. Bei Musik über zwei Seiten fällt schon ein kleiner Unterschied auf, weil das Klangbild dann nicht mehr in der Mitte steht.
Man unterschätzt leicht, wie viel der Raum hinter einem Lautsprecher ausmacht. Er wirkt für die Membran wie eine Feder: Ist er groß und dicht, kann sich der Lautsprecher frei bewegen und spielt tief und gelassen. Ist er klein oder undicht, wird der Bass dünn und angestrengt. Ohne Gehäuse ist dieser Raum die gesamte Zwischendecke, und die ist weder dicht noch in zwei Häusern gleich – deshalb klingt derselbe Lautsprecher dort in jedem Raum anders. Mit den rund 33 Litern dieses Gehäuses ist die Sache dagegen festgelegt: Der Lautsprecher findet überall dieselben Bedingungen vor und klingt in jedem Zimmer gleich. Dazu kommt der Schaumstoff innen, der den Nachhall im Inneren schluckt, damit nichts verzögert auf die Membran zurückkommt. Und die Matte unter dem Lautsprecher sorgt dafür, dass die Decke bei kräftiger Musik nicht mitsummt. Zusammen ergibt das den ruhigen, sauberen Klang, den man von einer unsichtbaren Lösung erwartet. Nötig ist das Gehäuse im Trockenbau nicht; die Einbauanleitung verlangt dort einen gedämmten Hohlraum. Er ist aber die einzige Möglichkeit, den Rückraum selbst festzulegen, und diese Entscheidung fällt vor dem Schließen der Decke oder gar nicht mehr.
Der Ablauf ist immer derselbe, und er lässt sich nicht abkürzen. Zuerst wird die Stelle festgelegt und mit dem Trockenbauer abgestimmt, dann das Gehäuse in der offenen Decke befestigt und das Kabel eingezogen und geprüft. Erst danach wird beplankt und der Lautsprecher eingesetzt. Dann folgen Spachteln, Schleifen und Streichen, und zwar über den Lautsprecher hinweg. Bis zum Einsetzen bleibt die Öffnung verschlossen, damit kein Bauschutt in das Gehäuse fällt – herausbekommen würde man ihn nicht mehr. Legen Sie das Kabel in ein Leerrohr, das bis zum Verstärkerplatz durchläuft; das ist beim Einbau eine Kleinigkeit und später der Unterschied zwischen Nachziehen und Aufstemmen. Planen Sie außerdem ein, dass die Spachtelstelle mindestens zweimal überarbeitet wird, weil Gips beim Trocknen leicht einfällt. Wenn alles sitzt, bleibt eine ruhige, glatte Decke – und ein Klang, von dem niemand sagen kann, woher er kommt. Und lassen Sie die Spachtelschicht über dem Lautsprecher vollständig trocknen, bevor gestrichen wird. Danach lohnt ein kurzer Hörtest, ob alle Lautsprecher noch so klingen wie vor dem Spachteln. Danach ist die Arbeit abgeschlossen, und Sie werden sie viele Jahre lang nicht mehr anfassen müssen.