B-System Euroboxx Invisible IS10W

Musik aus einer Wand, in der nichts zu sehen ist – das klingt nach einem Trick, ist aber eine Frage der Vorbereitung. Der Sonance IS10W ist ein Bass-Woofer, der vollständig in der Wandfläche verschwindet: eingesetzt, verspachtelt, überstrichen, fertig. Damit er dort Platz findet, muss die Wand ihn von Anfang an eingeplant haben, und genau dafür gibt es dieses Gehäuse. Es wird gesetzt, während gemauert oder betoniert wird, und hält an der geplanten Stelle einen sauberen Hohlraum frei. Ein verstellbarer Rahmen im Inneren sorgt später dafür, dass die Lautsprecherfläche genau in der Höhe der fertigen Wandoberfläche sitzt. Bis dahin schützt ein fester Deckel den Hohlraum vor Staub und Bauschutt. Das Ergebnis ist eine Wand, die Sie frei gestalten können, an die Sie Bilder hängen und vor die Sie Möbel stellen. Und aus der Musik kommt, ohne dass jemand den Ursprung findet. Der einzige Haken ist der Zeitpunkt: Diese Entscheidung fällt im Rohbau, nicht beim Einrichten.
| Bauart | Einbetoniergehäuse für den unsichtbaren Bass-Woofer Sonance IS10W in Betonwänden, gemauerten Wänden und Betondecken |
|---|---|
| Ausschnitt | Aussparungsmaß 615 × 411 mm |
| Einbautiefe | max. 100 mm |
| Abmessungen | 695 × 490 × 125 mm |
| Schutzart | Brandschutzklasse B1 |
| Besonderheiten | Der Hersteller führt IS8 und IS10W gemeinsam als Euroboxx Invisible IS8/IS10W; Innenvolumen 24,60 l; höhenverstellbarer Rahmen 0–40 mm; Grundkörper EPS/EPP, EPS grau 50 kg/m³ mit rückseitig eingeklebtem gequarztem OSB-Deckel, Innendämmung Noppenschaumstoff grau 15 mm; Ausbruchstellen oben und unten für Elektroleerrohre 20 und 25 mm; Schutzdeckel 615 × 411 × 12,5 mm und Montage-Set im Lieferumfang |
Warum ein Woofer in der Wand? Der IS10W ist der Bass-Woofer der Invisible Series und gibt nur die tiefen Töne wieder, Stimmen und Höhen übernehmen die übrigen Lautsprecher. Tiefe Töne lassen sich kaum orten, deshalb darf er dort sitzen, wo der Bass im Raum am besten wirkt. Dazu kommt ein zweiter Vorteil: Anders als ein Subwoofer auf dem Boden nimmt er keinen Platz weg und stört das Bild des Raumes nicht. Nach dem Einbau ist die Fläche wieder Wand – Sie können sie streichen, tapezieren, mit Bildern behängen oder ein Sideboard davorstellen, ohne dass irgendetwas dagegenspricht. Für Räume, in denen jede Fläche gebraucht wird, ist das ein handfester Gewinn. Und für Räume, in denen alles ruhig und aufgeräumt wirken soll, ist es oft der einzige Weg, überhaupt Musik unterzubringen. Praktisch heißt das: Sie gewinnen eine Wandfläche zurück, die sonst von Technik belegt wäre. In kleinen Räumen ist das oft der Unterschied zwischen einem Zimmer, das funktioniert, und einem, in dem ständig etwas im Weg steht. Der Haken ist einzig der Zeitpunkt: Diese Entscheidung muss fallen, solange die Wand noch entsteht. Das klingt nach einem hohen Anspruch, ist aber im Grunde dieselbe Übung, die Sie beim Licht ohnehin machen: Auch dort legen Sie früh fest, wo später eine Leuchte hängen soll, weil die Leitung sonst nicht dort ankommt. Der Unterschied besteht nur darin, dass es hier nicht um ein Kabelende geht, sondern um einen Hohlraum in der Wand.
Eine massive Wand aus Beton oder Ziegel ist nicht dafür gemacht, nachträglich große Öffnungen aufzunehmen. Man kann eine Steckdose nachrüsten, man kann ein Loch bohren. Aber eine Fläche in der Größe eines kleinen Bildes lässt sich nicht mehr sauber und ohne Eingriff in den Baukörper herstellen. Deshalb kommt das Gehäuse in die Wand, bevor sie fertig ist. Beim Mauern wird die Öffnung freigehalten, beim Betonieren wird das Gehäuse mitvergossen. Was danach passiert, ist für Sie unspektakulär: Es steht monatelang ein verschlossenes Gehäuse in der Wand, das niemand beachtet und das genau das tun soll. Wichtig ist in dieser Zeit nur, dass niemand auf die Idee kommt, an dieser Stelle etwas anderes unterzubringen – einen Schalter, eine Leitung, eine Befestigung für ein Möbel. Halten Sie die Stelle deshalb im Plan fest und weisen Sie die beteiligten Handwerker darauf hin. Ein Foto vom Rohbau, auf dem das Gehäuse in der noch offenen Wand zu sehen ist, hat sich dafür als einfachstes Mittel bewährt. Es braucht eine Minute und beantwortet später jede Frage, ohne dass jemand im Plan suchen muss.
Es gibt eine praktische Erleichterung, die Ihnen die Planung angenehmer macht: Für diesen Woofer und für den Achtzöller IS8 derselben Serie verwendet der Hersteller ein und dasselbe Gehäuse. Sie müssen sich also nicht schon im Rohbau darauf festlegen, welches der beiden Modelle in einem Raum sitzen soll. Der Platz passt so oder so, und die eigentliche Entscheidung dürfen Sie treffen, wenn der Raum steht und Sie ihn erleben. Das ist mehr als eine Kleinigkeit, denn die Wirkung eines Zimmers verändert sich zwischen Rohbau und Innenausbau erheblich. Ein Raum, der auf dem Plan groß wirkt, kann sich mit Möbeln als gemütlich erweisen, und umgekehrt. Für die Baustelle heißt es außerdem, dass es nur eine Gehäusegröße gibt, den alle Beteiligten kennen. Verwechslungen, die bei einbetonierten Teilen sonst unangenehm werden, sind an dieser Stelle ausgeschlossen. Was Sie dagegen sehr wohl früh festlegen sollten, ist die genaue Stelle in der Wand. Sie entscheidet darüber, wie gleichmäßig der Bass im Raum ankommt und ob später ein Schrank oder ein Sofa davor stehen darf.
Der Moment, in dem aus einem grauen Gehäuse in der Wand eine unsichtbare Musikquelle wird, liegt ganz am Ende des Bauens. Der Deckel kommt ab, der Lautsprecher wird eingesetzt und in der Höhe so ausgerichtet, dass seine Oberfläche exakt in der Wandebene liegt. Dann wird verspachtelt, geschliffen und gestrichen – und mit dem letzten Anstrich ist die Sache erledigt. Was danach folgt, ist das erste Hören, und das ist regelmäßig der Moment, in dem sich die frühe Planung als richtig erweist. Ein Hinweis für die Ausführung: Die Fläche des Lautsprechers braucht eine andere Behandlung als die umgebende Wand. Sagen Sie Ihrem Maler rechtzeitig Bescheid, damit er nicht mit der Routine der übrigen Fläche darübergeht. Und planen Sie diesen Schritt nicht auf den letzten Tag vor dem Einzug, sondern mit etwas Luft, damit Farbe und Spachtel in Ruhe trocknen können. Wenn dann zum ersten Mal Musik läuft, erleben die meisten Menschen denselben Moment: Sie suchen unwillkürlich die Wand ab und finden nichts. Genau dafür wurde der ganze Aufwand betrieben, und genau deshalb bleibt dieser Eindruck auch nach Jahren erhalten.