Stealth Acoustics LR324

Der häufigste Ärger beim Heimkino ist nicht zu wenig Bass, sondern Dialog, den man nicht versteht. Genau dort setzt der Stealth Acoustics LR324 an. Er trennt den Frequenzbereich in drei Wege: ein 8-Zoll-Flachwoofer für das Fundament, ein eigener Neodym-Mitteltöner für den Bereich, in dem Stimmen leben, und ein Neodym-Hochtöner für alles darüber. Weil die Mitten nicht mehr nebenbei mitlaufen müssen, bleibt Sprache auch dann klar, wenn im Bild etwas passiert. Von 40 Hertz bis 20 Kilohertz und mit 160 Watt Belastbarkeit trägt er eine ausgewachsene Front aus links, Mitte und rechts. Das Paneel wird vor dem Verputzen gesetzt, verspachtelt und mitgestrichen und ist danach nicht mehr zu finden – kein Gitter, keine Fuge, nichts, was die Leinwandwand stört. Drei Schutzschaltungen sichern die Wege getrennt ab, die Rückkammer ist bereits eingebaut. Für das Grollen der untersten Oktave bleibt ein Subwoofer-Paneel die richtige Ergänzung. Für Musik und Sprache im Wohnraum genügt er allein.
| Bauart | Unsichtbarer 8" 3-Wege-Flachlautsprecher (überstreichbar), Wand/Decke |
|---|---|
| Treiber | 8" Flachwoofer (38 mm Schwingspule) |
| Hochtöner | 30 mm Neodym-Mitteltöner + 25 mm Neodym-Hochtöner (3-Wege) |
| Frequenzgang | 40 Hz – 20 kHz |
| Belastbarkeit | 160 W RMS (min. 80 W empfohlen) |
| Impedanz | 8 Ω nominal |
| Wirkungsgrad | 82 dB |
| Einbautiefe | 83 mm (72 mm ohne Rückkammer) |
| Abmessungen | 606 × 403 × 83 mm (H × B × T) |
| Gitter und Oberfläche | keine – überstreichbare Membran (Farbe/Tapete/Textil/Strukturputz) |
| Besonderheiten | 3-Wege mit eigener Mitteltonsektion; LineaRadiance 8. Generation; Fidelity Glass Advanced Membran; 3 Schutzschaltungen; integrierte Rückkammer (abnehmbar) |
Fast jeder kennt die Szene: Der Film läuft, jemand spricht leise, im Hintergrund fährt die Musik hoch, und man greift zur Fernbedienung. Lauter macht es nicht verständlicher, sondern nur anstrengender. Die Ursache liegt selten am Pegel und fast immer daran, dass der Bereich, in dem Stimmen liegen, von allem anderen zugedeckt wird. Der Stealth Acoustics LR324 löst das über die Aufteilung: Ein eigener Mitteltöner kümmert sich ausschließlich um diesen Bereich, während Bass und Höhen getrennt arbeiten. Hörbar ist der Unterschied sofort. Dialoge stehen vorn und bleiben stehen, auch wenn ein Zug durchs Bild fährt. Flüsterszenen brauchen keinen Untertitel mehr, und man kann leiser hören, ohne etwas zu verlieren – was in einem Haus mit schlafenden Kindern kein kleines Argument ist. Das Angenehme daran: Für all das gibt es im Raum nichts zu sehen. Vor der Leinwand oder unter dem Fernseher bleibt die Wand glatt, weil das Paneel eingeputzt und mitgestrichen wurde. Der Film findet auf dem Bild statt, nicht an der Ausstattung. Das ist der Zustand, den man sich beim Einrichten eines Wohnzimmers eigentlich vorstellt: Technik, die ihre Arbeit tut und danach wieder aus dem Blick verschwindet. Der Ton wird Bestandteil des Zimmers.
Ein Heimkino im Wohnraum ist immer ein Aushandeln zwischen Anspruch und Wohnlichkeit. Große schwarze Lautsprecher links und rechts der Leinwand machen aus dem Wohnzimmer einen Technikraum, und ein Center unter dem Fernseher zieht den Blick auf sich, sobald das Bild dunkel wird. Der LR324 nimmt diese Diskussion aus dem Raum. Drei Paneele bilden die Front aus links, Mitte und rechts, weitere übernehmen die Seiten – und keines davon ist nach dem Verputzen zu erkennen. Das eröffnet Möglichkeiten, die sonst nicht bestehen. Eine akustisch durchlässige Leinwand ist nicht nötig, weil ohnehin nichts dahinter versteckt werden muss, und Wandflächen bleiben frei für Bilder, Regale oder schlicht für nichts. Auch in Räumen mit Auflagen ist das entscheidend, etwa in geschützter Bausubstanz oder in Objekten, in denen Technik grundsätzlich nicht sichtbar sein darf. Die Größe von rund sechzig mal vierzig Zentimetern verlangt eine zusammenhängende Fläche pro Kanal, was in der Trockenbau- oder Deckenplanung früh berücksichtigt sein will. Wer das rechtzeitig klärt, hat später ein Kino, das man hört und nicht sieht – und einen Raum, der auch bei Tageslicht ein Wohnzimmer bleibt.
Der Aufbau ist konsequent: Ein 8-Zoll-Flachwoofer mit 38-Millimeter-Schwingspule übernimmt Bass und unteren Grundton, ein 30-Millimeter-Neodym-Mitteltöner deckt den Sprachbereich ab, und ein 25-Millimeter-Neodym-Hochtöner zeichnet Details, Räumlichkeit und Obertöne. Dass jeder Weg seinen eigenen Wandler hat, ist der Grund für die feinere Auflösung gegenüber einem Zweiwegesystem gleicher Größe. Das Paneel gibt die tiefen Grundtöne von Bass und Cello ebenso sauber wieder wie die hohen Töne von Schlagzeug und Geigen. Seine Kraftreserve trägt auch bewegte Filmszenen, und drei unabhängige Schutzschaltungen sichern jeden Weg für sich ab und stellen sich danach selbst zurück. Das Besondere bleibt die Bauweise: Es gibt kein Gitter, hinter dem etwas arbeitet, sondern eine ebene Fläche, die selbst schwingt und die nach dem Überstreichen zur Wand gehört. Eines sollte man wissen: Ein unsichtbares Paneel holt aus einem Watt weniger Lautstärke heraus als ein gewöhnlicher Lautsprecher. Das ist die Kehrseite dieser Bauweise, und deshalb gehört ein Verstärker mit ordentlicher Leistung ab achtzig Watt zwingend dazu. Wer daran spart, hört es sofort: Der Klang wirkt angestrengt, obwohl das Paneel selbst noch längst nicht am Ende ist.
Ein unsichtbares Kino entsteht auf dem Bauplan, nicht im Möbelhaus. Für den LR324 heißt das: Sitzabstand und Bildbreite bestimmen die Position der drei Frontpaneele, und diese Position muss feststehen, bevor der Putzer anrückt. Leitungen gehören zur Rohbauplanung, ebenso die Frage, wo der Verstärker steht und wie die Kabel dorthin geführt werden. Nach dem Verputzen ist eine Korrektur nur noch möglich, indem man die Wand öffnet – dieser Punkt ist wichtiger als jede technische Angabe im Datenblatt. Der Einbau selbst ist danach unkompliziert: Rückkammer ist bereits Teil des Paneels, die Klebekante erleichtert den sauberen Anschluss, und die Fläche wird anschließend behandelt wie der Rest der Wand. Farbe, leichte Tapete, Textil oder Strukturputz sind möglich, und spätere Anstriche laufen ohne Sonderbehandlung durch. Für Filmton mit körperlichem Druck planen Sie ergänzend ein Subwoofer-Paneel ein, das nach demselben Prinzip verschwindet. Dann stimmt am Ende beides: der Eindruck im Ohr und der Eindruck im Raum. Und weil die Fläche danach ganz normal gestrichen werden darf, sieht auch die nächste Renovierung keinen Unterschied zwischen dieser Wand und jeder anderen im Haus.