Director M4800
Matrix-Verstärker, 8 Kanäle / 4 Zonen, mit DSP (Director Series)
Ein Haus mit mehreren Bewohnern hat selten einen gemeinsamen Musikgeschmack, und schon gar nicht zur selben Zeit. In der Küche läuft ein Radiosender, im Arbeitszimmer soll es ruhig sein, auf der Terrasse hört jemand eine Playlist, und im Kinderzimmer wird ein Hörbuch abgespielt. Wenn dieselbe Anlage all das gleichzeitig leisten soll, reicht ein Verstärker mit einem Eingang nicht aus. Die Director Series von AudioControl ist genau für diese Aufgabe gebaut: Sie vereint kräftige Endstufen, einen digitalen Klangprozessor und eine Audio-Matrix in einem einzigen Gerät. Die Matrix ist dabei das entscheidende Bauteil, denn sie erlaubt es, jeden Eingang frei auf jeden Ausgang zu legen. Praktisch heißt das: Jede Zone bekommt ihre eigene Quelle und ihre eigene Lautstärke, ohne dass jemand im Technikschrank umsteckt. Über den Prozessor lässt sich zusätzlich jeder Kanal auf seinen Raum abstimmen, was in einem gefliesten Bereich anders aussieht als in einem Zimmer mit Teppich und Vorhängen. Und weil moderne Digitaltechnik wenig Abwärme erzeugt, bleibt es im Schrank kühl, was der Lebensdauer aller Geräte zugutekommt. Ausgezeichnet wurde die Reihe unter anderem als Audio-Produkt des Jahres, und zwar genau für diese Kombination aus Leistung und Steuerbarkeit.
Matrix-Verstärker, 8 Kanäle / 4 Zonen, mit DSP (Director Series)
16-Kanal-Matrix-Verstärker mit DSP (Director Series)
Matrix-Verstärker, 16 Kanäle / 8 Zonen, mit DSP (Director Series)
Die Auswahl innerhalb der Reihe richtet sich nach der Zahl der Bereiche, die unabhängig bedient werden sollen. Der Director M4800 versorgt vier Zonen mit acht Kanälen und braucht dafür nur eine Höheneinheit; das ist die passende Größe für ein Einfamilienhaus mit Wohnbereich, Küche, Schlafzimmer und Terrasse. Der M6800 verdoppelt das auf acht Zonen und sechzehn Kanäle mit je hundert Watt an acht Ohm und deckt damit ein großes Haus oder ein kleineres Objekt ab. Der M6400 bündelt ebenfalls sechzehn Kanäle in zwei Höheneinheiten, arbeitet aber mit etwas geringerer Leistung je Kanal und ist die Wahl, wenn viele Zonen mit moderatem Pegel versorgt werden. Daneben steht mit dem D2800 ein achtkanaliger Endverstärker für vier Zonen, der sich über eine Weboberfläche einrichten lässt. Er passt dort, wo die Quellenverteilung bereits an anderer Stelle geschieht, und der D4600 erweitert dieses Prinzip auf sechzehn Kanäle. Ein praktischer Hinweis: Planen Sie eine Zone mehr ein, als Sie heute brauchen. Nachträglich einen Bereich zu ergänzen ist deutlich einfacher, wenn der Kanal bereits vorhanden ist. Erfahrungsgemäß kommt spätestens nach zwei Jahren ein Raum dazu, an den beim ersten Entwurf niemand gedacht hat.
Der Begriff Matrix klingt nach Technikschrank, im Alltag merkt man ihn aber an ganz banalen Dingen. Sie können auf der Terrasse etwas anderes hören als im Wohnzimmer, ohne dass jemand etwas umstöpselt. Sie können eine Quelle auf mehrere Zonen legen, wenn Gäste da sind und überall dasselbe laufen soll. Und Sie können in einer Zone leiser stellen, ohne dass es in den anderen leiser wird. Möglich machen das analoge und digitale Eingänge, darunter koaxiale und optische Anschlüsse mit hochwertigem Wandler, die frei auf die Ausgänge geführt werden. Dazu kommt die Signalverarbeitung. Ein grafischer und ein parametrischer Equalizer je Kanal sowie ein Subsonic-Filter, der die Lautsprecher vor unnötig tiefen Anteilen schützt. Je nach Modell kommen Frequenzweichen für die Anpassung an die angeschlossenen Modelle hinzu. Über Ethernet und RS-232 lassen sich die Geräte überwachen, programmieren und in Steuerungen wie Crestron, Savant, RTI oder Control4 einbinden. So läuft die Bedienung am Ende über ein vertrautes Bedienfeld oder eine App. Autosensing und Trigger-Anschlüsse übernehmen das automatische Zu- und Abschalten, sodass niemand daran denken muss, den Verstärker abends auszuschalten.
Damit ein solches System später hält, was es verspricht, sind drei Punkte früh zu klären. Erstens die Verkabelung: Jede Zone braucht eine eigene Leitung vom Technikplatz zu den Lautsprechern, und diese Leitungen legt man am besten, solange die Wände offen sind. Nachträglich ist das der aufwendigste Teil des ganzen Vorhabens. Zweitens der Technikplatz selbst. Ein Gerät mit sechzehn Kanälen erzeugt zwar wenig Abwärme, braucht aber trotzdem Luft, einen festen Stellplatz und einen Netzwerkanschluss. Drittens die Bedienung: Ein Matrixverstärker entfaltet seinen Nutzen erst, wenn die Zonen sinnvoll benannt und in eine Steuerung eingebunden sind, sonst bleibt am Ende doch nur eine Fernbedienung übrig, die niemand versteht. Grenzen hat die Reihe ebenfalls. Für ein einzelnes Wohnzimmer ist sie überdimensioniert, für eine echte Mehrkanalanlage mit Bildumschaltung fehlt ihr die Videosektion. Und wo sehr lange Leitungen mit vielen Lautsprechern zu versorgen sind, ist ein Verstärker mit 70-Volt-Technik die passendere Bauart. Wer diese drei Punkte vorab klärt, bekommt eine Anlage, die im Alltag von allen Bewohnern genutzt wird und nicht nur von demjenigen, der sie eingerichtet hat.