Musik aus einer Decke, in der nichts zu sehen ist
Es gibt Lautsprecher, die man nach dem Einbau nicht mehr sieht: Sie werden in die Decke oder Wand eingelassen, überspachtelt und mitgestrichen. Was bleibt, ist eine glatte Fläche, aus der Musik kommt. Vorgeschrieben ist ein Gehäuse im Trockenbau nicht; die Einbauanleitung verlangt dort einen gedämmten Hohlraum. Ein geschlossenes Gehäuse macht das Ergebnis aber berechenbar. Die B-System Dryboxx für den Sonance IS6 ist genau dieses Gehäuse, und sie ist ausschließlich für dieses eine Lautsprechermodell gemacht. Die Öffnung ist bereits im richtigen Maß vorgegeben, das Gehäuse misst gut einen halben Meter im Quadrat und schließt rund 20 Liter Luft ein. Innen ist es mit Schaumstoff ausgekleidet, damit nichts nachhallt, und der Lautsprecher sitzt auf einer Matte, die seine Vibrationen von der Fläche fernhält. Eingebaut wird das Gehäuse, bevor die Decke geschlossen wird. Von außen bleibt später nur eine glatte, gestrichene Fläche zurück, in der niemand einen Lautsprecher vermutet.
Ein Lautsprecher, den niemand sieht
Die meisten Einbaulautsprecher zeigen zumindest ein Gitter. Der Sonance IS6 gehört zu einer anderen Gattung: Er wird in die Fläche eingelassen, verspachtelt und mit derselben Farbe gestrichen wie die übrige Decke. Danach ist er nicht mehr zu finden – bis er spielt. Für Wohnräume, in denen Technik nicht sichtbar sein soll, ist das die eleganteste Lösung, die es gibt, und Architekten planen sie genau aus diesem Grund. Diese Unsichtbarkeit hat allerdings eine Kehrseite: Korrigieren lässt sich danach nichts mehr. Sobald gespachtelt und gestrichen wurde, lässt sich weder die Position noch die Größe des Ausschnitts ändern, und ein späterer Wechsel bedeutet eine neue Fläche. Umso wichtiger ist, was hinter dem Lautsprecher passiert. Ohne geschlossenes Gehäuse gibt er seine rückwärtige Energie an den Hohlraum ab, dessen Größe und Dämmung von Bau zu Bau verschieden sind. Mit dem passenden Gehäuse dahinter bleibt der Schall dort, wo er hingehört, und aus der glatten Fläche wird ein Lautsprecher, den man hört, aber nicht sieht. Deshalb ist es sinnvoll, die Position früh zu bestimmen und dabei nicht nur an die Optik, sondern auch an die Sitzplätze zu denken. Ein unsichtbarer Lautsprecher über der Küchenzeile nützt weniger als einer über dem Sofa.
Warum es genau dieses Gehäuse sein muss
Bei sichtbaren Einbaulautsprechern kann man mit der Gehäusegröße spielen; bei einem unsichtbaren Modell geht das nicht. Der Ausschnitt muss auf den Millimeter stimmen, weil die Fläche darüber verschlossen wird und jede Ungenauigkeit später als Riss oder als Abzeichnung in der Oberfläche wiederkommt. Deshalb gibt es für den IS6 kein Allzweckgehäuse, sondern eines mit fest vorgegebener Öffnung, die genau seinem Einbaumaß entspricht. Für Sie heißt das vor allem eines: Sie müssen nichts nachmessen und nichts vergleichen. Bestellt wird das Gehäuse zum Lautsprecher, nicht zum Raum. Das Innere fasst rund 20 Liter Luft, was diesem Lautsprecher einen vollen, sauberen Bass gibt, ohne dass er im Hohlraum verhallt. Wichtig ist nur, dass die Zuordnung stimmt: Für die verwandten Modelle derselben Baureihe gibt es jeweils eigene Gehäuse mit anderen Öffnungen. Wer hier verwechselt, merkt es erst, wenn der Lautsprecher nicht in die vorbereitete Öffnung passt – und dann ist die Fläche bereits geschlossen. Ein zweiter Punkt ist die Bauhöhe. Das Gehäuse braucht rund zehn Zentimeter Platz hinter der Fläche, und dieser Platz muss dort tatsächlich frei sein. Über abgehängten Decken liegen häufig Leitungen und Lüftungsrohre, die in keinem Plan verzeichnet sind.
Decke oder Wand – beides ist möglich
Sie sind mit diesem Gehäuse nicht auf die Decke festgelegt. Der Hersteller gibt es ebenso für den Einbau in eine Trockenbauwand frei, und das eröffnet in der Praxis einige Möglichkeiten: Lautsprecher links und rechts einer Fensterfront, unsichtbare Frontlautsprecher neben dem Fernseher oder eine Beschallung im Bad, bei der nichts an der Fläche zu erkennen ist. Das Gehäuse ist flach genug, um in eine gewöhnliche Ständerwand zu passen. Und sein Außenmaß ist auf die üblichen Abstände im Trockenbau abgestimmt, sodass Ihr Handwerker die Konstruktion nicht verändern muss. Ein Unterschied bleibt: In einer Wand sollte das Kabel nach unten zur Fußleiste geführt werden, weil es dort später wiederzufinden ist, während es in der Decke ohnehin waagerecht bis zum nächsten Schacht läuft. Denken Sie in beiden Fällen an ein Leerrohr statt eines fest verlegten Kabels. Ein anderes Kabel lässt sich damit später einziehen, ohne dass jemand die verputzte und gestrichene Fläche wieder öffnen muss. Und noch etwas spricht für den Wandeinbau: In Räumen mit hohen Decken sitzt der Ton auf Ohrhöhe angenehmer als von weit oben, weil Stimmen dann von vorn kommen und nicht von der Decke herab.
Wie der Einbau abläuft
Die Reihenfolge auf der Baustelle ist bei unsichtbaren Lautsprechern wichtiger als bei jedem anderen Einbau. Zuerst wird das Gehäuse gesetzt, solange die Konstruktion noch offen ist, und das Kabel wird eingezogen und geprüft. Erst danach wird beplankt. Der Ausschnitt bleibt verschlossen, bis der Lautsprecher kommt, damit kein Bauschutt in das Gehäuse fällt – den bekommt man später nicht wieder heraus. Der Lautsprecher wird eingesetzt, bevor gespachtelt, geschliffen und gestrichen wird, denn die Spachtelschicht läuft dünn über ihn hinweg. In eine fertig gestrichene Decke gesetzt, bliebe er als Feld in der Fläche sichtbar. Beiliegend sind neben dem Gehäuse eine Entkopplungsmatte, eine Platzhalter-Platte und eine gedruckte Anleitung, die diesen Ablauf beschreibt. Halten Sie sich daran, dann ist der ganze Vorgang unspektakulär. Was am Ende bleibt, ist eine Decke ohne jede sichtbare Technik – und der Moment, in dem Gäste die Lautsprecher suchen und nicht finden. Rechnen Sie außerdem damit, dass die Spachtelstelle zweimal überarbeitet werden muss, weil Gipsmasse beim Trocknen leicht einfällt. Diese zweite Runde ist genau der Unterschied zwischen einer Fläche, in der man den Einbau sieht, und einer, in der man ihn nicht sieht.
Technische Daten Dryboxx Invisible IS6
| Bauart | Auf den Sonance IS6 zugeschnittenes Einbaugehäuse aus MDF für Trockenbauwände und abgehängte Decken |
|---|---|
| Ausschnitt | 340 × 250 mm (Aussparungsmaß passend zu Sonance IS6) |
| Einbautiefe | 85 mm Innenhöhe bei 97 mm Gehäusehöhe und 101 mm Gesamthöhe laut Herstellerzeichnung |
| Abmessungen | 555 × 555 × 97 mm (L × B × H) |
| Besonderheiten | Innenvolumen 20,00 l; MDF weiß, auf Gehrung geschnitten; Akustik-Noppenschaumstoff innen; inkl. Entkopplungsmatte, Platzhalter-Platte aus Waben-Kunststoff und gedruckter Installationsanleitung; 2 Rohreinführungen mit Gummipfropfen bis 25 mm; Rastermaße 400/500/625 mm; laut Hersteller für Decken- und Wandeinbau; eigenes Gehäuse für den IS6T: Dryboxx Invisible IS6T, 555 × 555 × 105 mm, Aussparung 370 × 370 mm |