Sonance IS8 – vollwertiger Klang aus einer Wand, in der nichts zu sehen ist
Der Sonance IS8 ist das mittlere Modell der unsichtbaren Reihe und in den meisten Wohnräumen die naheliegende Wahl. Er wird vor dem Verputzen in Wand oder Decke gesetzt, danach überputzt, tapeziert oder furniert und mit der übrigen Fläche gestrichen. Anschließend ist von ihm nichts mehr zu erkennen, und trotzdem kommt der Klang aus genau dieser Stelle. Möglich macht das eine flache, akustisch entkoppelte Schallwand: Ein 8-Zoll-Woofer aus Carbonfaser übernimmt den Bass, ein eigener Antrieb versetzt die Fläche im Mittel- und Hochtonbereich in feine Biegewellen, und der aufgetragene Putz schwingt kontrolliert mit. Von 40 Hertz bis 30 Kilohertz reicht der Übertragungsbereich, 160 Watt verträgt er, rund 86 Dezibel beträgt der Wirkungsgrad. Der Rahmen misst etwa 409 mal 613 Millimeter bei knapp sieben Zentimetern Tiefe und passt in gewöhnliche Ständerwände. Gedacht ist er für Wohn- und Schlafräume, Esszimmer, Hotelzimmer, Boutiquen und Praxen.
Ein Wohnzimmer ohne einen einzigen sichtbaren Lautsprecher
Stellen Sie sich einen Wohnraum vor, in dem Sie abends Musik hören, ohne dass irgendwo ein Lautsprecher steht, hängt oder aus der Decke schaut. Keine Standboxen neben dem Sideboard, keine runden Blenden über der Sitzgruppe, keine schwarzen Flächen an der Wand. Es gibt nur die Wand selbst, in der gewählten Farbe, mit der gewünschten Tapete oder dem Furnier, das zum Rest des Raumes passt. Und aus dieser Fläche kommt Musik. Genau das leistet der Sonance IS8. Er wird eingebaut, solange die Wand offen ist, danach überputzt oder überzogen und mitgestrichen, und ab diesem Moment gibt es an dieser Stelle optisch nichts mehr. Anders als das kleinere Modell der Reihe ist der Achtzöller nicht nur für Nebenräume gedacht. Mit einem Übertragungsbereich ab 40 Hertz, 160 Watt Belastbarkeit und rund 86 Dezibel Wirkungsgrad trägt er ein Wohnzimmer, ein Esszimmer oder ein größeres Schlafzimmer wirklich. Und zwar nicht nur als Hintergrund, sondern als Anlage, vor der man sitzen bleibt. Für die meisten Räume ist er damit das Modell, das Klang und Unsichtbarkeit am besten ausbalanciert. Wer einmal in einem so ausgestatteten Raum gesessen hat, vermisst die sichtbaren Boxen erfahrungsgemäß kein zweites Mal.
Warum aus Putz und Membran zusammen der Klang entsteht
Der Gedanke hinter diesem Lautsprecher ist ungewöhnlich, aber schnell erklärt. Ein Konus in einem Gehäuse bewegt Luft durch eine Öffnung. Hier gibt es keine Öffnung, weil die Wand selbst die Arbeit übernimmt. Hinter der fertigen Oberfläche sitzt eine flache Schallwand, die vom Rahmen akustisch entkoppelt ist, damit ihre Bewegung nicht im Mauerwerk versickert. Ein 8-Zoll-Woofer aus Carbonfaser drückt diese Fläche im Tiefton, ein zweiter Antrieb lässt sie im Mittel- und Hochtonbereich in feinen Wellen arbeiten. Der Putz, der später darüber kommt, wird Teil der schwingenden Fläche. Deshalb ist die Art des Aufbaus keine Nebensache: Die Schicht soll gleichmäßig und nicht zu dick sein, und harte, sehr schwere Massen dämpfen die Bewegung spürbar. Wird sauber gearbeitet, entsteht ein Klang, der breit im Raum steht statt aus einem Punkt zu kommen. Stimmen wirken angenehm gelöst, und weil eine große Fläche kleine Auslenkungen macht statt einer kleinen Membran große, bleibt die Wiedergabe auch über einen längeren Abend hinweg entspannt zu hören. Auch bei etwas höherer Lautstärke wirkt das Klangbild dadurch eher ruhig und gelöst als aufdringlich und hart.
Was der Bauablauf verlangt, bevor gespachtelt wird
Dieser Lautsprecher stellt eine klare Bedingung, und die sollte man kennen, bevor man sich entscheidet: Er gehört in den Rohbau. Eingesetzt wird er in die offene Ständerwand oder die noch nicht geschlossene Decke, verkabelt wird gleich mit, und erst danach kommen Spachtel, Putz und Farbe. Ab dem Anstrich ist die Position unveränderlich. Wer den Lautsprecher später einen Meter weiter links haben möchte, muss die Wand öffnen, den Aufbau erneuern und die Fläche komplett neu streichen. Deshalb lohnt es sich, vorher genau zu überlegen: Wo steht das Sofa, wo hängt der Fernseher, wo sind Türen und Fenster, welche Wand bleibt frei, und wo möchten Sie später sitzen. Auch die Absprache mit Trockenbauer, Elektriker und Maler gehört in diese Phase, denn alle drei arbeiten unmittelbar an oder über dem Lautsprecher. Klingt das aufwendig, ist es in Wahrheit nur eine Frage der Reihenfolge. Wer ohnehin baut oder saniert, verliert dadurch keinen Tag. Wer die Idee erst nach dem Einzug bekommt, wird sie in vielen Räumen nicht mehr sinnvoll umsetzen können, und das ist die ehrlichste Auskunft zu dieser Technik überhaupt. Halten Sie die endgültigen Positionen am besten schriftlich fest, bevor die erste Platte geschlossen wird.
Wie weit der Achtzöller im Tiefton trägt
Bleibt die Frage, wie viel Bass aus einer Wand wirklich kommt. Der IS8 überträgt ab 40 Hertz, und das ist für einen unsichtbaren Lautsprecher bemerkenswert tief. In einem normalen Wohnzimmer hören Sie damit ein Fundament, das trägt: Kontrabass, Bassdrum, die untere Lage einer Orgel, der Rumpeln eines Films. Was Sie nicht bekommen, ist der körperlich spürbare Druck, den ein großer Subwoofer erzeugt. Wenn Sie Filmabende mit tiefen Effekten wollen oder Musik hören, die von einem satten Tiefbass lebt, sollten Sie einen der unsichtbaren Woofer der Reihe ergänzen. Das ist kein Mangel des Achtzöllers, sondern eine Frage der bewegten Luftmenge, und die hängt an der Fläche. Umgekehrt gilt: Für Stimmen, für akustische Musik, für Fernsehton und für den größten Teil dessen, was im Alltag läuft, reicht er ohne Zusatz vollkommen. Wählen Sie ihn, wenn Ihnen eine unberührte Wandfläche wichtig ist und Sie trotzdem nicht auf ordentlichen Klang verzichten möchten. Für sehr kleine Nebenräume genügt das kompaktere Modell, für große, offene Wohnbereiche mit hohem Anspruch ist der Zehnzöller die passendere Wahl. Zwischen unsichtbar und wirklich gut klingend müssen Sie sich bei diesem Modell also in aller Regel nicht entscheiden.
Technische Daten IS8
| Bauart | Unsichtbarer Einbaulautsprecher (In-Wall/In-Ceiling) |
|---|---|
| Treiber | 8" Carbonfaser-Woofer (Air Flex) |
| Hochtöner | Wave-Flex-Antrieb (Biegewellenmembran) |
| Frequenzgang | 40 Hz – 30 kHz (±3 dB) |
| Belastbarkeit | 160 W |
| Impedanz | 6 Ω nominal |
| Wirkungsgrad | 86 dB (2,83 V / 1 m) |
| Ausschnitt | Einbaurahmen ca. 409 × 613 mm |
| Einbautiefe | ca. 68 mm |
| Abmessungen | 409 × 613 × 80 mm (B × H × T) |
| Gewicht | 19,2 kg je Paar (Versandgewicht) |
| Gitter und Oberfläche | kein Gitter – wird überputzt und überstrichen |
| Besonderheiten | Motion Flex Technologie |