Viel Klang aus einer Wand, in der nichts zu sehen ist
B-System · Euroboxx Invisible

Viel Klang aus einer Wand, in der nichts zu sehen ist

Je größer die Fläche eines unsichtbaren Lautsprechers, desto mühelöser füllt er einen Raum – und desto größer muss der Platz sein, den die Wand für ihn bereithält. Der Sonance IS10 ist das große Modell dieser Bauart, und dieses Gehäuse ist der Platz, den er braucht. Es wird im Rohbau in Beton oder Mauerwerk gesetzt, lange bevor jemand an Musik denkt. Dort hält es eine Öffnung von gut siebzig Zentimetern Länge frei, das heißt eine Fläche etwa in der Größe eines mittleren Bildes. Später wird der Lautsprecher hineingesetzt, mit einem verstellbaren Rahmen genau auf die Höhe der fertigen Wand gebracht, verspachtelt und überstrichen. Danach ist die Wand wieder eine Wand. Was bleibt, ist ein Raum, der auf großer Fläche Musik abgibt, ohne dass irgendwo ein Gerät steht, an dem sich das Auge festhalten könnte. Vorausgesetzt ist dafür nur, dass Sie den Wunsch früh äußern, solange die Wand noch offen ist. Danach lässt sich eine Öffnung dieser Größe in massivem Beton nicht mehr herstellen.

Große Fläche, großer Klang, kein Anblick

Ein unsichtbarer Lautsprecher arbeitet anders als eine gewöhnliche Box: Nicht ein Chassis strahlt in den Raum, sondern eine ganze Fläche schwingt. Und wie bei einem Instrument gilt auch hier, dass eine größere Fläche einen Raum leichter und müheloser füllt. Das große Modell dieser Bauart ist deshalb dort richtig, wo viel Raum zu beschallen ist. Ein offener Wohn- und Essbereich, ein großzügiges Zimmer mit hoher Decke, eine Fläche, die sich über mehrere Nutzungen erstreckt. Aufgewogen wird diese Größe nicht durch den Anblick, denn zu sehen gibt es nach dem Streichen ohnehin nichts. Verlangt wird dafür Platz in der Wand: Die Öffnung, die freigehalten wird, ist ungefähr so groß wie ein mittleres Bild. Deshalb ist die Wahl der Wand hier wichtiger als bei den kleineren Modellen. Sie sollte ungestört sein, ohne Fenster, ohne Tür, ohne Heizkörper – und sie sollte auch nach der Möblierung noch frei bleiben. Denken Sie deshalb einen Schritt weiter als bis zum Rohbau: Überlegen Sie, wo später das Sofa steht, wo der Schrank hinkommt und welche Wand dauerhaft frei bleibt. Genau diese Wand ist die richtige. Es hilft, sich den fertigen Raum einmal in Ruhe vorzustellen, bevor die Entscheidung fällt.

Was der Platz im Beton hergeben muss

Sobald eine Öffnung diese Größe erreicht, wird sie zu einem Thema für den Bauingenieur und nicht mehr nur für den Elektriker. Eine tragende Wand oder eine Betondecke verträgt nicht an jeder Stelle eine großflächige Aussparung; das muss jemand rechnen, der die Statik des Hauses kennt. Das klingt nach einer Hürde, ist aber in Wirklichkeit nur eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Wird sie im Rohbau gestellt, ist sie in wenigen Minuten beantwortet und meist völlig unproblematisch. Wird sie nach dem Betonieren gestellt, ist sie gar nicht mehr zu beantworten, weil sich daran nichts mehr ändern lässt. Für Sie als Bauherr heißt das schlicht: Sprechen Sie den Wunsch früh aus. Ihr Planer weiß dann, an welcher Stelle er nachfragen muss, und Sie erfahren rechtzeitig, ob die Lieblingswand geeignet ist oder ob eine andere die bessere Wahl wäre. In der Praxis ist die Antwort fast immer positiv, denn die üblichen Wandstärken im Wohnungsbau kommen mit einer solchen Aussparung gut zurecht. Der Punkt ist nicht, dass es schwierig wäre – der Punkt ist, dass niemand es später noch ändern kann.

Der Handwerker sieht ein weißes Feld – Sie später nichts

Auf der Baustelle ist von der ganzen Sache lange nichts Aufregendes zu sehen. Nach dem Ausschalen steht in der Wand ein verschlossener heller Kasten, den man für eine Revisionsöffnung halten könnte. So bleibt es über Monate. Erst wenn der Innenausbau fast fertig ist, wird der Deckel abgenommen und der Lautsprecher eingesetzt, und dann geschieht der entscheidende Schritt: Über einen verstellbaren Rahmen wird seine Fläche genau auf die Höhe der fertigen Wand gebracht. Danach übernehmen Spachtel, Schleifpapier und Farbe. Was am Ende zu sehen ist, ist eine glatte Wand, und zwar auch dann, wenn die Sonne flach hereinfällt. Das ist der Unterschied zwischen einem Einbau, den man nur beinahe nicht sieht, und einem, der wirklich verschwindet. Sprechen Sie diesen Punkt mit Ihrem Maler ab, damit er weiß, dass er es an dieser Stelle nicht mit gewöhnlichem Putz zu tun hat. Das gilt auch für alle späteren Arbeiten an dieser Wand. Wenn in fünf Jahren neu gestrichen oder tapeziert wird, sollte der Betrieb wissen, dass sich hier ein Lautsprecher hinter der Oberfläche befindet. Ein kurzer Vermerk in Ihren Unterlagen genügt dafür.

Ein Raum ohne sichtbare Technik

Warum dieser Aufwand? Weil es Räume gibt, in denen jedes Gerät stört. Ein großer, offener Wohnraum lebt von ruhigen Flächen; ein Lautsprecherpaar in dieser Umgebung zieht die Aufmerksamkeit auf sich, ob man will oder nicht. Wer die Technik ganz aus dem Bild nehmen möchte, hat nur zwei Möglichkeiten: sie verstecken oder sie einbauen. Die unsichtbare Bauweise ist die konsequentere der beiden. Sie hat außerdem einen praktischen Vorteil, der oft übersehen wird: Weil nichts im Raum steht, bleibt der Raum frei nutzbar. Sie können umstellen, umbauen, neu einrichten – die Musik bleibt, wo sie ist. Und es gibt keine Oberfläche, die verstaubt, kein Kabel, das gesucht wird, keinen Gegenstand, der aus der Mode kommt. Für alles, was Sie darüber hinaus wissen möchten, ist ein Fachbetrieb der richtige Gesprächspartner, am besten schon in der Planungsphase. Was Sie mitbringen sollten, ist keine Technikkenntnis, sondern eine Vorstellung davon, wie Sie den Raum nutzen möchten. Wo Sie sitzen, wie laut es werden darf, ob Musik im Hintergrund läuft oder ob Sie sich bewusst hinsetzen und zuhören. Alles Weitere ergibt sich daraus. Aus diesen Angaben leitet sich fast alles ab: die Größe des Lautsprechers, seine Position an der Wand und die Frage, ob ein Gerät genügt oder zwei sinnvoller sind. Ein guter Fachbetrieb fragt genau danach und nicht zuerst nach Wattzahlen.

Technische Daten Euroboxx Invisible IS10

BauartEinbetoniergehäuse für den unsichtbaren Sonance IS10 in Betondecken, Betonwänden und gemauerten Wänden
AusschnittAussparungsmaß 730 × 411 mm
Einbautiefemax. 100 mm
Abmessungen810 × 490 × 125 mm
SchutzartBrandschutzklasse B1
BesonderheitenInnenvolumen 29,00 l; höhenverstellbarer Rahmen 0–40 mm zur Ausrichtung auf die fertige Oberfläche; Grundkörper EPS/EPP, EPS grau 50 kg/m³ mit rückseitig eingeklebtem gequarztem OSB-Deckel, Innendämmung Noppenschaumstoff grau 15 mm; Ausbruchstellen oben und unten für Elektroleerrohre 20 und 25 mm; Schutzdeckel 730 × 411 × 12,5 mm und Montage-Set im Lieferumfang

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