Stealth Acoustics LR30W – wenn der Film im Bauch ankommen soll und die Wand leer bleibt
Wenn ein Kinoraum groß ist und der Tiefton trotzdem nirgends stehen darf, wird die Luft dünn. Der Stealth Acoustics LR30W ist die stärkste unsichtbare Antwort seiner Reihe: zwei große Paneele mit je zwei 8-Zoll-Woofern, zusammen also vier Tieftöner, die vor dem Verputzen gesetzt und danach mitgestrichen werden. Von 20 bis 160 Hertz erreicht er den Bereich, den Sie mehr fühlen als hören – jenes tiefe Grollen, das eine Filmszene erst körperlich macht. Jedes Paneel verträgt 200 Watt und bringt rund 2.100 Quadratzentimeter schwingende Fläche mit. Die Impedanz lässt sich per Steckbrücke zwischen vier und sechzehn Ohm wählen, ab Werk sind es sechzehn Ohm je Paneel und damit acht Ohm im System. Ein Verstärker mit Tiefpass, empfohlen bei etwa fünfzig Hertz mit achtzehn Dezibel je Oktave, gehört dazu. Nach dem Anstrich ist von alldem nichts mehr zu sehen – nur zu spüren. Für Musik allein ist er üppig dimensioniert; seine eigentliche Aufgabe ist Filmton in großen Räumen, in denen keine Box stehen darf.
Das tiefe Grollen, das aus einer leeren Wand kommt
Es gibt eine Grenze, an der Ton aufhört, ein Höreindruck zu sein, und anfängt, ein körperliches Ereignis zu werden. Ein Hubschrauber, der von hinten ins Bild kommt. Ein Erdbeben. Die Orgel in einer Kirchenaufnahme. All das lebt unterhalb dessen, was normale Lautsprecher noch abbilden, und genau dort arbeitet der Stealth Acoustics LR30W. Vier 8-Zoll-Woofer auf zwei Paneelen reichen bis 20 Hertz hinab und bringen den Boden zum Mitschwingen, ohne dass es im Raum etwas zu sehen gäbe. Denn auch dieser Subwoofer wird vor dem Verputzen gesetzt, verspachtelt und danach mitgestrichen – Sie stehen danach vor zwei ganz gewöhnlichen Wandflächen. Der Effekt beim ersten Hören ist eigentümlich: Sie spüren Druck, suchen instinktiv nach der Quelle und finden keine. Für Bauherren, die ein ernsthaftes Heimkino wollen, ohne dass der Raum wie ein Technikraum aussieht, ist das der entscheidende Punkt. Der Film darf laut werden, das Zimmer bleibt ein Zimmer, und niemand muss über die Aufstellung einer Bassbox verhandeln. Für ein Haus, das über Jahre geplant und eingerichtet wurde, wiegt dieses Argument oft schwerer als jede Angabe im Datenblatt. Der Raum bleibt Raum.
Für große Kinos, weite Räume und Objekte mit Anspruch
Der LR30W ist bewusst überdimensioniert für das Wohnzimmer und genau richtig für alles darüber. Im eigenen Kinoraum mit mehreren Sitzreihen gibt er den Sitzen die Vibration, die zum Bild gehört. In offenen Wohnebenen über hundert Quadratmeter verteilt er Druck, statt ihn in einer Ecke zu stapeln. In Objekten – Hotellobby, Veranstaltungsraum, Showroom, privates Kino in geschützter Bausubstanz – ist er oft die einzige Möglichkeit, überhaupt ernsthaften Tiefton unterzubringen, weil alles Sichtbare ausgeschlossen ist. Die Paneele messen je rund sechsundsiebzig mal vierzig Zentimeter bei 83 Millimetern Bautiefe, was echte Wandfläche verlangt und früh eingeplant werden will. Setzen Sie sie an gegenüberliegende oder versetzte Wände, damit sich der Raum gleichmäßiger anregt und einzelne Stellen nicht dröhnen, während andere leer bleiben. Auch die Decke ist eine Option. Was in jedem Fall gilt: Zwei getrennte Flächen sind einer einzelnen Box überlegen, weil Sie mit ihnen auf den Raum reagieren können, statt ihn hinzunehmen. Wenn Sie mehrere Räume ausstatten, klären Sie früh, welcher davon den Tiefton wirklich braucht, denn im Bass zählt vor allem die verfügbare Fläche. Nicht jeder Raum verlangt vier Chassis.
Wie sich der Subwoofer an Ihren Verstärker anpasst
Dieser Subwoofer ist passiv, und das ist eine bewusste Entscheidung. Er bringt keine eigene Elektronik mit, sondern erwartet einen Verstärker mit Tiefpassfilter, der ihm nur den Bereich zuführt, für den er gebaut ist. Empfohlen sind etwa fünfzig Hertz Trennung mit achtzehn Dezibel je Oktave. Dafür lässt sich die Impedanz jedes Paneels per Steckbrücke einstellen – vier Ohm bei Parallelschaltung, sechzehn Ohm bei Reihenschaltung. Ab Werk stehen beide Paneele auf sechzehn Ohm, was gemeinsam acht Ohm für die Endstufe ergibt. Diese Flexibilität ist praktisch, weil sich das System so an unterschiedliche Verstärker anpassen lässt, statt umgekehrt. Jedes Paneel verträgt 200 Watt, mindestens 120 sollten es sein, damit die vier Chassis auch arbeiten können. Der Schall verteilt sich dabei sehr breit über die Fläche, sodass der Bass nicht an einer Stelle im Raum steht. Dimensionieren Sie hier zu knapp, bekommen Sie keinen leiseren Bass, sondern einen, der an den entscheidenden Stellen zusammenfällt – und das merken Sie ausgerechnet dann, wenn es darauf ankommt. Deshalb lohnt es sich, die Endstufe gemeinsam mit den Paneelen zu planen und nicht am Ende zu nehmen, was gerade übrig ist. Beides gehört zusammen.
Frühe Planung, endgültige Position, späterer Anstrich
Bei einem System dieser Größe ist die Bauplanung wichtiger als jedes Datenblatt. Jedes Paneel wiegt rund zwölf Kilogramm, braucht eine tragfähige, freie Fläche und muss gesetzt sein, bevor der Putzer kommt. Die Leitungen gehören zum Rohbau, ebenso die Frage, wo die Endstufe später steht und ob dort genug Luft für Wärme bleibt. Nach dem Verputzen ist die Position endgültig – wollen Sie sie später ändern, müssen Sie die Wand öffnen. Das klingt streng, ist aber die ehrliche Kehrseite dieser Bauweise, und wenn Sie das von Anfang an wissen, planen Sie entsprechend sorgfältig. Danach dreht sich das Verhältnis um: Ab dem Moment, in dem die Fläche verspachtelt ist, wird sie zur normalen Wand. Latexfarbe, leichte Tapete, Textil oder ausgewählter Strukturputz sind möglich, spätere Anstriche laufen einfach durch, und niemand muss beim Renovieren etwas aussparen oder abkleben. Von der aufwendigen Planung bleibt am Ende nur das Ergebnis übrig: ein Raum, der bei Filmen den Boden zum Mitschwingen bringt und ansonsten aussieht wie ein ruhig gestalteter Wohnraum. Das ist der Ausgleich, den viele Bauherren suchen und den es sonst kaum zu haben gibt: kein sichtbares Zugeständnis an die Technik und trotzdem keines am Ton.
Technische Daten LR30W
| Bauart | Unsichtbarer Quad-8" Subwoofer (2 überstreichbare Paneele à 2 Woofer), Wand/Decke |
|---|---|
| Treiber | 2 Paneele à 2 × 8" Woofer (38 mm Schwingspule, Keramikmagnet) |
| Hochtöner | — |
| Frequenzgang | 20 Hz – 160 Hz |
| Belastbarkeit | 200 W RMS pro Paneel (min. 120 W pro Paneel) |
| Impedanz | umschaltbar 4 Ω (parallel) / 16 Ω (seriell); Werk 16 Ω je Paneel → 8 Ω System |
| Wirkungsgrad | 86 dB (1 W / 1 m) |
| Einbautiefe | 83 mm (71 mm ohne Rückkammer) |
| Abmessungen | je Paneel 759 × 403 × 83 mm (H × B × T) |
| Gewicht | 11,8 kg je Paneel |
| Gitter und Oberfläche | keine – überstreichbare Membran (Latexfarbe/leichte Tapete/Textil/Strukturputz) |
| Besonderheiten | Vier 8"-Woofer; Impedanz per Steckbrücke wählbar; benötigt Verstärker mit Tiefpass (empf. 50 Hz, 18 dB/Okt.); aktive Fläche ca. 2.100 cm² je Paneel; 170° Abstrahlung |