Lautsprecher, die in Wand und Decke verschwinden – und was dahinter sitzt
Es gibt Lautsprecher, die nach dem Einbau vollständig verschwinden: Sie werden in die Wand oder Decke gesetzt, überspachtelt und mitgestrichen, bis nur noch eine glatte Fläche bleibt. Damit sie dabei nicht an Klang verlieren, gehört hinter jeden von ihnen ein geschlossener, gedämmter Kasten. Für die unsichtbaren Modelle von Stealth Acoustics gibt es dafür drei Ausführungen, und welche Sie brauchen, hängt allein vom Lautsprecher ab – nicht von der Größe des Zimmers. Alle drei sind flach gehalten, sodass sie in gewöhnliche Trockenbauwände und abgehängte Decken passen, und unterscheiden sich in Länge, Breite und in der Öffnung für den Lautsprecher. Innen sind sie mit Schaumstoff ausgekleidet, damit nichts nachhallt, und eine Matte hält die Vibrationen von der Fläche fern. Eingebaut wird der Kasten, bevor Wand oder Decke geschlossen werden. Danach sieht man von der ganzen Anlage nichts mehr, man hört sie nur noch, und genau das ist bei dieser Bauart der Sinn der Sache.
Lautsprecher, die in der Fläche verschwinden
Die meisten Einbaulautsprecher zeigen ein Gitter, einen Rahmen oder wenigstens eine feine Fuge. Unsichtbare Modelle wie die von Stealth Acoustics gehen einen Schritt weiter: Sie werden in die Fläche eingelassen, verspachtelt und im selben Farbton gestrichen wie Wand oder Decke ringsum. Danach findet sie niemand mehr – bis Musik läuft. Für Räume, in denen die Architektur im Vordergrund stehen soll, ist das die konsequenteste Lösung, die es gibt. Und in einem Heimkino hat sie den zusätzlichen Vorteil, dass nichts das Bild stört oder Licht reflektiert. Diese Eleganz hat allerdings eine Bedingung. Was hinter dem Lautsprecher liegt, muss vorher stimmen, denn hinterher kommt niemand mehr heran. Sitzt er ohne Gehäuse in der Konstruktion, arbeitet seine Rückseite in den Hohlraum, dessen Größe und Dämmung von Bau zu Bau verschieden sind. Vorgeschrieben ist ein Kasten im Trockenbau nicht, denn die Einbauanleitung verlangt dort eine Dämmung aus Mineralwolle. Er legt aber fest, was hinter der Fläche passiert, und das lässt sich später nicht mehr ändern. Man sollte deshalb früh entscheiden, ob man diesen Weg gehen will. Wer sich dafür entscheidet, bekommt Räume ohne sichtbare Technik; wer zögert, kann später immer noch sichtbare Lautsprecher setzen, umgekehrt geht es nicht.
Drei Größen – welche zu welchem Modell gehört
Es gibt die Gehäuse in drei Ausführungen, und die Auswahl ist einfacher, als sie klingt: Sie richtet sich ausschließlich nach dem Lautsprechermodell. Der Hersteller hat für jedes Modell festgelegt, welcher Kasten dazugehört, weil die Öffnung genau auf dessen Einbaumaß zugeschnitten ist. Sie müssen also nicht rechnen und nicht messen, sondern nur den Lautsprecher nennen. Zwei Dinge sind dabei wichtig. Erstens sagt die Bezeichnung nichts über das Volumen: Die mittlere Ausführung fasst weniger Luft als die kleine, weil sie anders geschnitten ist. Wer nach Größe statt nach Modell auswählt, greift daneben. Und zweitens gibt es Lautsprechersysteme, die aus zwei Teilen bestehen – einem für Mitten und Höhen und einem für den Bass. Dafür werden zwei verschiedene Kästen gebraucht, und dieser Punkt wird beim Zusammenstellen der Bestellung regelmäßig übersehen. Prüfen Sie deshalb lieber einmal zu viel, ob die Stückzahl zu den geplanten Lautsprechern passt. Am einfachsten schreiben Sie vor der Bestellung eine kurze Liste: Raum, Lautsprecher, zugehöriger Kasten. Diese Liste beantwortet später auf der Baustelle jede Frage und erspart das Nachschlagen in Unterlagen, die dann meist nicht zur Hand sind.
Was der Kasten dahinter leistet
Der Raum hinter einem Lautsprecher wirkt wie eine Feder, gegen die er arbeitet. Ist dieser Raum dicht und richtig bemessen, spielt der Lautsprecher tief und gelassen; ist er offen und zufällig, wird der Bass kraftlos und klingt in jedem Zimmer anders. Ohne Gehäuse ist dieser Raum der Hohlraum der Wand oder Decke, und der ist in keinem Haus gleich. Genau das nimmt der Kasten heraus: Er schließt ein festes Luftvolumen ein, sodass der Lautsprecher überall dieselben Bedingungen vorfindet. Dazu kommt die Auskleidung aus Schaumstoff, die den Nachhall im Inneren schluckt, damit nichts verzögert auf die Membran zurückwirkt und Stimmen klar bleiben. Und die Matte zwischen Lautsprecher und Fläche trennt beide mechanisch, sodass die Wand bei kräftigen Bässen nicht mitsummt. Jenes leise Scheppern, das man in schlecht eingebauten Anlagen an Bilderrahmen und Schaltern hört. Zusammen ergibt das den ruhigen Klang, der aus einer glatten Fläche kommt. Und weil alle drei Ausführungen gleich flach gebaut sind, ist die Frage nach dem Platz in Wand oder Decke nur einmal zu beantworten; unterschiedlich sind lediglich Länge und Breite. Das macht die Planung übersichtlicher, als man es bei drei Größen erwarten würde.
Der Ablauf auf der Baustelle
Bei überspachtelten Lautsprechern entscheidet die Reihenfolge über das Ergebnis, und abkürzen lässt sie sich nicht. Zuerst wird der Kasten in der noch offenen Konstruktion befestigt, dann das Kabel eingezogen und einmal durchgemessen. Beplankt wird erst danach. Bis der Lautsprecher kommt, bleibt die Öffnung verschlossen, damit kein Bauschutt hineinfällt, denn herausbekommen würde man ihn nicht mehr. Eingesetzt wird der Lautsprecher vor dem Spachteln, Schleifen und Streichen, weil die Spachtelschicht über ihn hinwegläuft. Legen Sie das Kabel unbedingt in ein Leerrohr, das bis zum Verstärkerplatz durchläuft, damit später ein anderes Kabel nachgezogen werden kann, ohne die fertige Fläche zu öffnen. Rechnen Sie außerdem damit, dass die Spachtelstelle zweimal überarbeitet werden muss, weil Gips beim Trocknen leicht einfällt. Wenn das alles beachtet ist, bleibt am Ende eine Fläche ohne jede sichtbare Technik – und ein Raum, in dem Musik spielt, ohne dass man eine Quelle erkennen kann. Wenn Sie das alles einem Handwerker übergeben, geben Sie ihm die beiliegende Anleitung mit. Sie beschreibt genau diesen Ablauf, und ein kurzer Blick hinein hat schon manchen zweiten Anlauf verhindert.
Technische Daten Dryboxx Invisible Stealth
| Bauart | Auf die unsichtbaren Lautsprecher von Stealth Acoustics zugeschnittene Einbaugehäuse aus MDF für Trockenbauwände und abgehängte Decken |
|---|---|
| Ausschnitt | Stealth S 338 × 235 mm · Stealth M 485 × 250 mm · Stealth L 680 × 250 mm |
| Einbautiefe | 85 mm Innenhöhe bei 97 mm Gehäusehöhe und 109 mm Gesamthöhe laut Herstellerzeichnung |
| Abmessungen | Stealth S 555 × 430 × 97 mm · Stealth M 555 × 670 × 97 mm · Stealth L 910 × 555 × 97 mm |
| Besonderheiten | Innenvolumen 20,00 / 24,35 / 33,40 l; Zuordnung S für LR 6G und LRX-85 Mid/Tweeter, M für LR 8G, SLR 8G, LRX-83 und B 22G, L für LR 3G, B 30G und LRX-85 Woofer; MDF weiß, auf Gehrung geschnitten; Akustik-Noppenschaumstoff innen; Entkopplungsmatte; Platzhalter-Platte aus OSB 411 × 411 × 12 / 615 × 411 × 12 / 730 × 411 × 12 mm; 2 Rohreinführungen mit Gummipfropfen bis 25 mm; Rastermaß 625 mm |